Vitamin K2 schützt vor Herzinfarkt und Osteoporose

 

Die Geschichte von Vitamin K2 beginnt mit Calcium. Dieser wichtige Mineralstoff ist hochgradig erwünscht als Bestandteil von stabilen Knochen und Zähnen. Hingegen ist Calcium ausserordentlich unerwünscht in Form von Ablagerungen in den Blutgefässen, die zu Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Wie also dafür sorgen, dass das Calcium nicht in den Arterien bleibt, sondern für den Knochenaufbau verwendet wird? Genau das ist die Hauptaufgabe von Vitamin K2. Es ist dafür verantwortlich, dass das Calcium nicht im Blut verweilt, sondern in die Knochen eingelagert wird. So schlägt Vitamin K2 zwei Fliegen mit einer Klappe: Es beugt gleichzeitig Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und brüchigen Knochen (Osteoporose) vor. Was für ein Geschenk!

 

Vitamin K1 und Vitamin K2

 

Vitamin K kommt in der Natur in zwei Formen vor: als Vitamin K1 und Vitamin K2. Die beiden K-Vitamine heissen auch Phyllochinon bzw. Menachinon. Vitamin K1 ist hauptsächlich in den Blättern von Grünpflanzen zu finden, weil es dort für die Photosynthese benötigt wird. Vitamin K2 wird hingegen von Mikroorganismen gebildet und ist deshalb vor allem in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, bestimmten Käsesorten oder fermentierter Soja („Natto“) zu finden. Auch die Bakterien im menschlichen Darm bilden eine gewisse Menge an Vitamin K2.

 

Unterschiede von K1 und K2

 

Die beiden K-Vitamine haben eine ähnliche chemische Struktur. Sie bestehen aus einem identischen Ring und unterscheiden sich nur in ihrer Seitenkette. Der Hauptunterschied zwischen K1 und K2 liegt in ihrer unterschiedlichen Bioverfügbarkeit und Verstoffwechselung. Vitamin K1 wird im Darm nur etwa zu 10% aufgenommen. Es wandert in die Leber und wird dort relativ rasch abgebaut. Vitamin K2 hingegen wird nahezu vollständig aufgenommen. Zudem bleibt es nicht in der Leber, sondern wird von dort weiterverteilt in die Blutbahn und die peripheren Gewebe.
Diese unterschiedliche Verstoffwechselung der beiden K-Vitamine ist vermutlich der Grund, weshalb gewisse Wirkungen nur für Vitamin K2 festgestellt worden sind, nicht aber für Vitamin K1. So hatten in einer grossen Studie („Rotterdam-Studie“) jene Teilnehmenden, die am meisten K2 einnahmen, das kleinste Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden oder daran zu sterben. Dieser Zusammenhang wurde aber nur für K2 gefunden.

 

Wirkungen von K1 und K2

 

Die Hauptwirkung von Vitamin K liegt in der Aktivierung ganz bestimmter Proteine. Ohne Vitamin K bleiben diese Proteine wirkungslos und können ihre Aufgabe im Körper nicht ausüben. Zu diesen Proteinen gehören:  

 

–          Gerinnungsfaktoren, die wichtig sind für die Blutgerinnung,
–          Osteocalcin, das am Aufbau der Knochen beteiligt ist,
–          die sogenannten Gla-Proteine, welche sehr effizient eine Verkalkung der Arterien verhindern.

 

Wenn sich der Spiegel von Vitamin K2 erhöht, werden mehr Proteine aktiviert. Das ist exakt der Mechanismus, mit dem K2 wie eingangs erwähnt Osteoporose und Arteriosklerose vorbeugt.

 

Vitamin K2 für starke Knochen

 

Vitamin K2 wird benötigt zur Aktivierung des Knochenproteins Osteocalcin. Ein erhöhter Spiegel von nicht aktiviertem Osteocalcin führt zu einer geringeren Knochendichte und damit zu einer vermehrten Bruchgefahr. Bei einem Mangel an Vitamin K2 wird zu wenig Calcium in die Knochen eingelagert und es kann eine Osteoporose entstehen.
Studien haben gezeigt, dass Vitamin K2 den Knochenverlust bei Osteoporose-Patientinnen signifikant reduzieren kann (ab einer Dosis von 180 µg Vitamin K2 pro Tag). Wird gleichzeitig Vitamin D3 verabreicht, wirken die beiden Vitamine synergistisch und die Knochendichte erhöht sich. Hingegen darf eine Osteoporose nicht durch hohe Dosen von Vitamin D3 allein behandelt werden

 

Vitamin K2 für saubere Blutgefässe

 

Vitamin K2 aktiviert die Gla-Proteine und sorgt so für saubere Blutgefässe. Die Rotterdam-Studie hat gezeigt, dass Menschen, die über 10 Jahre hinweg viel natürliches Vitamin K2 einnahmen, deutlich weniger Calciumablagerungen in den Arterien hatten und eine weit bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit aufwiesen als andere. Gemäss dieser Studie kann Vitamin K2 das Risiko, eine Arterienverkalkung zu entwickeln oder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 50% reduzieren. Wichtig: Dieser Zusammenhang wurde nur für Vitamin K2 gefunden, nicht aber für Vitamin K1. Es konnte sogar gezeigt werden, dass K2 nicht nur vor Verkalkung schützt, sondern auch eine bereits in Entstehung begriffene Arteriosklerose wieder verbessern kann.

 

Weitere Funktionen von Vitamin K2

 

In einer anderen Studie wurden Menschen mit erhöhtem Leberkrebs-Risiko entweder mit K2 supplementiert oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Von den Probanden, die K2 erhielten, erkrankten später weniger als 10% an Leberkrebs. Aus der Kontrollgruppe bekamen hingegen 47% diese schwere Krankheit. Eine weitere Studie konnte zeigen, dass Vitamin K2 eine wichtige Funktion als Elektronentransporter in den Mitochondrien hat und auf diese Weise zu einer normalen Produktion von ATP, dem universalen Energiemolekül des Körpers, beiträgt.

 

Vitamin K und Blutgerinnung

 

Es stimmt, dass die Wirkung von bestimmten Gerinnungshemmern durch vergleichsweise kleine Mengen von Vitamin K (1 mg) aufgehoben wird. Betroffen sind Medikamente aus der Cumarin-Gruppe. Es wäre nun aber falsch, Vitamin K deswegen gleich ganz zu vermeiden. Bei einem insgesamt tiefen Vitamin-K-Level hat eine kleine Schwankung – etwa, weil man doch ein Vitamin-K-haltiges Lebensmittel verzehrt hat – einen grossen Effekt auf die Blutgerinnung. Nimmt man jedoch stets etwas Vitamin K zu sich, können die Medikamente auf diesen höheren Vitamin-K-Spiegel eingestellt werden und eine gleich grosse Schwankung hat einen viel kleineren Einfluss auf die Blutgerinnung. Selbstredend bringt man sich auf diese Weise auch nicht um die positiven Einflüsse von Vitamin K!

 

Mögliche Indikationen von Vitamin K2

 

–          Alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen
–          Arteriosklerose
–          Herzinfarkt
–          Hirnschlag
–          Osteoporose
–          Alzheimer
–          Parkinson
–          Krebs