Was ist Zink?

Zink ist unentbehrlich für Ihre Gesundheit. Da der Mensch dieses Spurenelement nicht selbst bilden kann, müssen Sie es über Lebensmittel aufnehmen. Ihr Körper besitzt keinen Speicherort für Zink. So kommt es in jeder Zelle, jedem Gewebe und Organ vor. Insgesamt befinden sich im Körper zwei bis drei Gramm Zink. Davon enthält die Muskulatur mit 1,5 mg den höchsten Bestand.
Ihr Verdauungstrakt reguliert den Zink-Haushalt. Zirkuliert wenig Zink durch Ihren Körper, absorbiert der Dünndarm viel mehr von dem Mineralstoff aus der Nahrung. Der Darm und die Nieren scheiden überschüssiges Zink über Stuhl und Urin aus. Im Durchschnitt verliert ein gesunder Mensch täglich drei bis vier Milligramm Zink. Dieser Mechanismus bewahrt Sie vor den gesundheitlichen Folgen eines Zinkmangels oder eines Zinküberschusses. Ist der Verdauungstrakt in seiner Funktion gestört, steigt das Risiko eines Zinkmangels

Welche Wirkung hat Zink im Körper?

Als sogenanntes Coenzym (Hilfsmolekül) unterstützt Zink zahlreiche Reaktionen. Zink lässt die Haare wachsen und Wunden heilen. Nach dem Essen hilft es in der Insulinbildung, wodurch der Blutzucker sinkt. Außerdem aktiviert es Proteine für den Muskelaufbau. Sind Körperzellen fehlerhaft, unterstützt Zink die Zellteilung für neue Zellen. Indem das Mineral Ihr Immunsystem stärkt, schützt es Sie vor Infektionen.
Gemeinsam mit dem Mineralstoff Selen bindet Zink Schwermetalle wie Blei, die sich in Ihrem Körper anlagern. Durch die Bindung bildet sich ein unlöslicher Komplex und die Schwermetalle verlieren ihre Wirkung. So bewahren Mineralstoffe Ihren Körper, besonders die Nervenzellen, vor den Schäden der Schwermetalle

Wussten Sie schon? Wenn es dem Körper an Zink fehlen würde, könnte das Enzym Alkoholdehydrogenase nicht gebildet werden. Dieses Enzym sorgt für den Abbau von Alkohol. Ohne Alkoholdehydrogenase würde jedes Glas Wein zu einer Alkoholvergiftung führen


Zink und Fruchtbarkeit

Auch in Sachen Fruchtbarkeit und Sexualleben ist Zink das A und O. Spermien enthalten die genetischen Informationen des Mannes. Um die Eizelle zu befruchten, müssen Spermien sich frei bewegen können. Unser Helfermolekül verbessert deren Beweglichkeit und erhöht die Spermienzahl. Dadurch steigert Zink die Chance einer Befruchtung.
Männer können an Erektionsstörungen leiden, wenn ihr Zinkspiegel sehr niedrig ist. Das Mineral beeinflusst nämlich das männliche Sexualhormon Testosteron, welches die Libido des Mannes steuert. Zudem zeigt eine Studie, dass ein Zinkmangel den Sexualtrieb mindern kann, indem ein Defizit den Geruchssinn schwächt. Diese Sinneswahrnehmung steht nämlich mit der sexuellen Erregung in Verbindung.

Zink und Muskelaufbau

Ausreichend Zink lässt die Muskeln wachsen. Zink regt nicht nur die Zellteilung für neue Muskelzellen an, sondern regt auch die Testosteronbildung an. Das männliche Sexualhormon treibt die Bildung von Proteinen, dem Grundbaustein unserer Muskeln, an. Ebenso bleiben Sie durch Deckung des Zinkbedarfs vor den gefürchteten Muskelkrämpfen nach dem Training verschont.

Zink und das Auge

Nicht nur der Geruchssinn hängt von ausreichend Zink ab. Selbst Ihr Sehvermögen benötigt das Spurenelement. Indem Zink den Transport von Vitamin A aus der Leber zur Netzhaut unterstützt, kann der Mensch überhaupt sehen. Dieses Vitamin lässt uns nicht nur einwandfrei sehen, sondern produziert in der Netzhaut mit der Hilfe von Zink den Farbstoff Melanin, welcher für die individuelle Augenfarbe und den Schutz vor UV-Strahlen verantwortlich ist. Je mehr Melanin im Auge gebildet wird, desto dunkler wird auch die Augenfarbe. In Zukunft soll in der Medizin Zink in der Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration zum Einsatz kommen. Diese Augenerkrankung führt aufgrund einer Veränderung der Netzhaut zur Sehschwäche und sogar zu Erblindung. Zink gilt in der Forschung als Silberstreif am Himmel, und hilft den Verlauf der Makuladegeneration bei denen, die ein hohes Risiko aufweisen, zu verlangsamen.



Zink in der Behandlung von Durchfall

Eines der Symptome bei einem Zinkmangel ist Durchfall. Besonders Kinder leiden häufig an Durchfällen, da sie eventuell wenig Zink aufnehmen und noch kein ausgereiftes Immunsystem besitzen. Deswegen sind sie anfällig für Magen-Darm-Infekte. Dabei verlieren sie viel an Körperwasser und Elektrolyten, die die Kommunikation zwischen Nervenzellen ermöglichen. In solchen Fällen sollte Ihr Kind unbedingt eine orale Rehydratationslösung aus der Apotheke erhalten. Diese gleicht die Wasser- und Elektrolytverluste aus. Wenn die Lösung noch Zink enthalten sollte, optimiert sie den Effekt. Andernfalls geben Sie Ihrem Kind zusätzlich ein Zinkpräparat, um den Folgen von Durchfall entgegenzuwirken.

Zinkmangel

Knapp ein Drittel bis die Hälfte der Weltbevölkerung läuft laut der Weltgesundheitsorganisation Gefahr, einen Zinkmangel zu erleiden. Besonders Menschen in Südostasien oder Südafrika sind unterversorgt. Dort enthalten die Böden zu wenig Zink. Dadurch nehmen sowohl die Tiere als auch die Pflanzen, die wir essen, ungenügend davon auf. Nicht nur die geographische Lage ist für einen Zinkmangel verantwortlich. So kann ein Zinkmangel beispielsweise auch angeboren sein oder durch Erkrankungen hervorgerufen werden. Kinder müssen ausreichend mit dem Mineral versorgt werden. Ein Mangel führt zu Durchfällen und Lungenentzündungen, die die häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren darstellen.

Gut zu wissen:
Durch den Klimawandel steigt der Kohlenstoffdioxidgehalt der Luft. Laut dem Bundeszentrum der Ernährung führt dieser Anstieg zu einem niedrigen Gehalt von Zink in Lebensmitteln.


Was sind die Ursachen eines Zinkmangels?

Wer häufig schwitzt, sei es im Sport oder in der heißen Sonne, verliert viel Zink über den Schweiß. Auch eine vegetarische oder vegane Ernährung führen zu einem Mangel, da der Dünndarm Zink aus pflanzlichen Lebensmitteln schlechter aufnehmen kann. Wenn Sie an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden, ist der Darm in der Nährstoffaufnahme gestört



Sportler

Eine intensive Sporteinheit, ein gemütlicher Saunagang oder entspanntes Sonnenbaden sind tatsächlich Risikofaktoren, die einen Zinkmangel begünstigen können. Schweiß besteht neben den 99 Prozent Wasser aus Elektrolyten und anderen Mineralstoffen wie zum Beispiel Zink. Achten Sie daher darauf, nach diesen Tätigkeiten ausreichend Zink zu sich zu nehmen und Ihren Tagesbedarf zu decken. Ebenso zeigen Untersuchungen, dass Sport den Zinkverlust im Urin erhöht. So verlieren Sportler, die in der Woche 20 Stunden Sport treiben, bis zu dreimal mehr Zink als nicht-aktive Personen

Vegetarier und Veganer

Der Mensch kann das Zink aus tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Käse sehr gut verwerten. Zwar enthalten Getreide, Nüsse und Hülsenfrüchte ebenfalls Zink, allerdings enthalten sie auch chemische Substanzen (Antinährstoffe), welche die Aufnahme im Darm beeinträchtigen. Daher steigt der Bedarf von Menschen, die sich pflanzlich ernähren, um knapp 50 Prozent

Chronische Erkrankungen

Erkrankungen des Darms, wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie vermindern die Fähigkeit über den Dünndarm Nährstoffe wie Zink aufzunehmen. Der Körper verwertet das Mineral nicht und scheidet es über den Stuhl aus. Ebenfalls verlieren Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, hohe Mengen an Zink über den Urin.

Welche Symptome deuten auf einen Zinkmangel hin?

Zinkt wirkt überall im Körper, daher tauchen bei einem Mangel Beschwerden in jedem möglichen Bereich auf. Fehlt dem Körper Zink, fallen die Haare aus, die Nägel werden brüchig und die Haut verändert sich.
Weitere Symptome sind:  

–          Verlangsamte Wundheilung, Störungen in der Sinneswahrnehmung,
–          Müdigkeit, depressive Verstimmungen
–          erhöhte Infektanfälligkeit, Durchfall
–          Nachtblindheit
–          Starker (ungesunder) Gewichtsverlust